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Die Aufrüstung

Die Wangerooger waren Militär gewohnt, seit Beginn des Baus des Marinehafens Wilhelmshavens durch Preußen ab Mitte des 19. Jahrhunderts, war Wangerooge prädestiniert die Zufahrt nach Wilhelmshaven durch die Jade zu schützen. Zuerst nur in wasserbaulicher Hinsicht, in dem durch den Bau von Buhnen die Versandung des Fahrwassers der Jade verhindert werden sollte, später auch militärisch. Das erkannte schon der Schiffer D. J. Hanken 1855: „Der preußischen Kriegsflotte kann unser Eiland nützlich sein. Hier übersieht man von einem hohen Puncte aus die Nord-See bis Helgoland, und kann daher bei eintretender Gefahr vielleicht mit Hülfe eines elektrischen Telegraphen schnell nach Heppens (Wilhelmshaven) Nachricht geben.“ 1876 wurde die Signalstation zur Küstenbeobachtung errichtet. Die Signalstation spielt 69 Jahre später, am 25. April 1945, eine entscheidende Rolle.

 

Harle Batterie

Nach dem Ersten Weltkriegs wurden im Westen der Insel die beiden Flugabwehr Batterien Harle West und Harle Ost mit jeweils vier 8,8 cm L/45 Geschützen angelegt. Mit dem Bau dieser Batterien sollten möglichst viele Geschütze vor der Verschrottung, die der Versailler Vertrag forderte, gerettet werden. Gemäß den Bedingungen des Vertrages durfte die Küstenbatterien der Festung Wilhelmshaven und deren vorgelagerte Seefront erhalten bleiben. So kam es zum Bau der Scheinbatterien. Ab 1926 fanden in der Batterie Harle Ost wieder Ausbildung an Flugabwehrgeschützen durch die II. Marine Artillerie Abteilung der Küstenartillerieschule (der Roonkaserne) in Wilhelmshaven statt. 1927 wurden zwei 10,5 cm SK L/50 (SK=Schnellladekanonen) aufgestellt. 1936 kam noch ein Raumbildentfernungsmesser auf 4 Meter Basis, das Kommandogerät 36, dazu.

Da die Marine-Flugabwehrschule im Frühjahr 1939 nach Misdroy bei Swinemünde verlegte, übten nur noch Luftwaffeneinheiten in der Harle Batterie, die ihre eigenen Geschütze und Kommandogeräte mit nach Wangerooge brachten.

Im Laufe der Zeit wurde im Sprachgebrauch die Batterie Harle Ost zur Harle Batterie. Zu Kriegsbeginn standen die zwei 10,5 cm Geschütze offen und ungeschützt in den Dünen. Eine Sandumwallung sollte vorerst vor Splittern schützen. Im November 1940 wurden die beiden Geschütze in die Batterie Saline verlegt.

3,7 cm SK C30 U.Bootslafette C39

3,7 cm SK C30 auf Ubts L C39 in der Harlebatterie

Ab Oktober 1941 fanden in der Harle Batterie Ausbildungen an leichter und mittlere Bordflak statt. Im November 1942 waren sechs 2 cm und zwei 3,7 cm Geschütze installiert.

 

Batterie Grimshörn

Im Zuge der Umgehung der Auflagen des Versailler Vertrages wurden am Reichsdeich, weit westlich des Ortes, acht 15 cm L/45 Torpedobootskanonen aufgestellt. Wie die Harle Batterie sollten hier Geschütze vor der Vernichtung bewahrt werden. Wann die Batterie aufgelöst wurde, ist nicht bekannt. Mit Kriegsbeginn war sie aber nicht mehr existent.

 

Batterie Schröter

Diese (Übungs-) Batterie wurde 1934 im östlichen Teil des Westinnengroden, westlich der Saline angelegt. Sie bestand aus fünf Betonsockeln für vier Geschütze und ein Kommandogerät. Im Juli und August 1934 wurden die Betonsockel zur Tarnung mit Sand aus den Norddünen angekippt.

Spätestens ab 1936 wurde mit 8,8 cm Flak-Geschützen aus dieser Batterie auf Luftschleppziele geschossen. Auch diese Batterie war vermutlich schon 1939 nicht mehr existent.

 

Batterie Saline

Als Ersatz der Batterie Schröter wurde 1939 die Planung der Batterie aufgenommen, die westlich der Saline in den Norddünen angelegt wurde. Im Februar 1940 wurde der Bau des Leitstandes verfügt, danach wurden die Geschützbettungen voll ausgebaut. Am 11. November 1940 werden zwei 10,5 cm Geschütze der Batterie Ostdüne zur Batterie Saline verlegt. Zwei weitere Geschütze aus der Harle Batterie kommen hinzu.

Am 12. November 1940 ist die Batterie mit vier 10,5 cm SK C/32 auf Mittelpivotlafette MPL C/30 feuerbereit und schießt am nächsten Tag um 23:37 Uhr ihr erstes Flak-Planfeuer.

 

Jade Batterie

1911 wurden sechs 15 cm SK L/40, die 1908 aus Linienschiffen der Kaiser Klasse entfielen, auf Wangerooge als Jade-Batterie, nordöstlich des Ortes in den Dünen auf MPL C/97 (Mittel-Pivot-Lafette, Construction 1897) installiert. Die Reichweite lag mit Munition des Ersten Weltkriegs bei 13.700 Metern, im Zweiten Weltkrieg bei 14.300 Metern.

In freier Aufstellung standen die Geschütze hinter einer Brustwehr aus Beton. Die Geschützbedienung war durch 60 mm starke Schutzschilde geschützt. Jeweils östlich und westlich der Geschütze gab es einen Kommandeursstand. Hinter den Geschützen befand sich ein Bunker, der später als Umschaltbunker für die ab 1912 installierten 30,5 cm Geschütze der Friedrich August Batterie eingesetzt wurde.

Geschütz der Batterie Jade

Ein Geschütz der Batterie Jade

Ende Juni 1940 wurden drei Geschütze abgebaut und nach Frankreich verlegt. Die Geschütze wurden dort an der westlichen Seite der Einfahrt zum Hafen Lorient installiert.

 

An den noch vorhanden drei Geschützen der Jade Batterie wurden noch Artilleristen ausgebildet, bis diese dann im Sommer 1941 nach Spanien auf die Insel Gran Canaria abgegeben wurden. Dazu erteilte das OKM am 19. Juni 1941 den Befehl, die Geschütze sofort abzubauen und die gesamte Batterieausrüstung, Feuerleitanlage, Munition, usw. an das Marine-Waffenarsenal Hamburg-Tollerort abzugeben. Dies stand im Zusammenhang mit dem Treffen von Hendaye am 23. Oktober 1940 zwischen den beiden Diktatoren Adolf Hitler und dem spanischen Francesco Franco. Hitler machte Franco Zugeständnisse, die Wirtschaft und das Militär zu unterstützen, für die vage Zusage, dass Spanien, irgendwann, auf Seite der Achsenmächte in den Krieg eintreten würde.

 

Batterie Jade Ost

Im Februar 1939 beanspruchte die Marine-Intendantur Wilhelmshaven beim Landkreis Jever für die Batterie und die Nachbarbatterie Neudeich 11,1 ha Gelände in den Norddünen, östlich des Ortes.

15 cm Geschütz der Batterie Jade Ost in offener Bettung mit Tarnschirm

Geplant waren vier 15 cm Geschütze zur Seezielbekämpfung. Im Februar 1940 wurde der Bau des Leitstandes verfügt, der beschleunigt fertigzustellen war, danach folgten die Geschützbettungen.

Am 28. Juni 1942 werden drei Geschütze der Batterie eingeschossen.

Jade Ost, Geschütz im Schartenstand

15 cm Geschütz der Batterie Jade Ost im neu gegossenen Schartenstand

1944 wurde begonnen die Geschütze mit Schartenständen zu umgeben. Die Maßnahme konnte bis zum Kriegsende nicht vollständig umgesetzt werden.

 

Batterie Neudeich

Am 31. August 1939 zog die Besatzung der Batterie Ostdüne in die noch unfertige Batterie Neudeich um und bildet die 1./MFA 232. Bei dem ersten Angriff der RAF auf Wilhelmshaven war die Batterie mit ihren vier 8,8 cm L/45 auf MPL C/13 noch nicht schießklar.

Am 30. März 1941 erhielt die Batterie ein „Würzburg-Dora“ Funkmessgerät, dass aber erst ab 08. April zuverlässig arbeitet.

Ab 18. Juni 1942 wurde die Batterie auf 10,5 cm SK C/32 nL mit Schildkröten-Panzerhauben umgerüstet. Geschütz 3 und 4 waren bereits am 27. Juni 1942 auf das neue Kaliber umgebaut.

Die Umrüstung ist am 04. Juli 1942 abgeschlossen.

Der neue Flakleitstand mit Messfunktechnik ist ab 06. September 1944 in Betrieb. Er lag in Verlängerung des Ostdeiches nördlich in den Dünen. Der Leitstand war mit einem Flakleitgerät FuMO 201 ausgerüstet. Da die Technik des neuen Leitstandes störanfällig war, wurde der alte Leitstand mit dem Kommandogerät 36 nicht unentbehrlich.

 

Batterie Ostdüne

Die Batterie wurde 1928 unter dem Namen Batterie Neudeich in den Dünen nordöstlich des heutigen Cafés Neudeich als Übungsbatterie für die Küsten-Artillerie-Schule und dir II. Marine-Artillerie-Abteilung errichtet.

Bestückt war die Batterie in ihren Anfängen mit vier 8,8 cm Geschützen und zeitweise mit zwei 10,5 cm Geschützen auf mobilen Lafetten. Für ein Dreimeter-Raumbild-Meßgerät stand ein hölzerner Leitstand zur Verfügung.

1936 wurde die Batterie nach dem Leiter der Flaklehrgänge auf Wangerooge Korvettenkapitän Johann Heinrich Reimann benannt, der am 09. Dezember 1935 auf der Insel einem Herzinfarkt erlag.

Zu Kriegsbeginn war die Batterie mit vier 10,5 cm auf Eisenbetonpivot ausgestattet. Weiter war ein BÜ-Bunker (BÜ = Befehlsübermittler) und ein Mannschaftsbunker im Ostteil der Batterie vorhanden.

Ab 26. August 1939 ist die Batterie Ostdüne gefechtsmäßig besetzt.

Zu diesem Zeitpunkt war die Batterie die Einzige auf Wangerooge, die über ein Flak-Kommandogerät DreiwaG verfügte.

Zwei Geschütze wurden am 11. November 1940 an die Batterie Saline abgegeben. Am 09. Juni 1941 wurden die restlichen zwei 10,5 cm Geschütze mit der Restbesatzung der Batterie an die Westmole in Emden verlegt und bildeten dort die Flakbatterie Kalahari.

Die Mannschaftsbaracke wurde 1943 für eine Kompanie Kroaten, ab 1944 für die Marinehelfer der Batterie Neudeich genutzt. An Waffen blieben eine 2 cm Flak und eine 3,7 cm Flak sowie ein Scheinwerfer auf dem Gelände.

 

Batterie Friedrich-August

Die Friedrich-August-Batterie war 1912 mit sechs Rohren Kaliber 30,5 cm schießbereit. Sie befand sich westlich des Ortes und nördlich der Friedrich-August-Kaserne.

1926 wurden die Rohre, obwohl der Versailler-Vertrag dies verbot, heimlich gegen Rohre SK L/50 ausgetauscht. Im Ersten Weltkrieg hatten die Geschütze eine Reichweite bis zu 20.400 Metern. Mit der verbesserten Munition im Zweiten Weltkrieg konnten die Geschütze zwischen 32.000 Metern und 52.400 Metern schiessen.

Nach 1935 wurden drei Geschütze nach Helgoland abgegeben, die dort die Batterie „von Schröder“ bildeten. Die Batterie war 1938 gefechtsbereit.

30,5 cm Geschütz auf Bettungsschießgerät der Friedrich August Batterie

Die noch auf der Insel verbliebenen drei Geschütze wurden im Sommer 1940 abgebaut und nördlich von Wimille in Frankreich in die Dortige, befestigte, Marine-Küstenbatterie Friedrich-August verlegt.

 

Batterie Graf Spee

Der erste Höhepunkt zum Ausbau als Festung wurde im Ersten Weltkrieg erreicht. Neben bis dahin zahlreichen Batterien mit kleineren und mittleren Kalibers, die auf der Insel teils ortsfest stationiert waren, wurden am 26. November 1917 die vier 28 cm SK L/40 Geschütze der Batterie „Graf Spee“, die vom Linienschiff Lothringen stammten, schießbereit gemeldet. Die Batterie befand sich westlich des Ortes und südöstlich des Inselfriedhofs. Jedes der Geschütze verfügte über einen Munitionsbunker. Im Westgroden waren vier Hauptmunitionsmagazine mit Gleisanschluss im Bau, von denen nur zwei Magazine fertiggestellt wurden.

Zu der Batterie gehörten drei Peilstände. Peilstand I als Betonhochstand im Osten Wangerooges, Peilstand II auf Spiekeroog und Peilstand III auf Langeoog.

Geschütz der Batterie Graf Spee

Ein Geschütz der Batterie Graf Spee, aufgenommen vor 1933

Der Hauptleitstand der Batterie lag etwa 60 Meter westlich des heutigen Bunkergrabes „Hartmannstand“. Gut getarnter war der Bunker 1917 in die Dünen gebaut worden. Der Reserveleitstand befand sich ebenfalls als gut getarnter Bunker nordöstlich des Hauses „Meeresstern“. Zum Beginn des Krieges war ein neuer Leitstand im Westgroden in Bau. Die Arbeiten daran wurden aber 1939 stillgelegt. Im Februar 1940 wird der Leitstand nochmals im Festungsbauprogramm des OKM erwähnt:“ Graf Spee: Es ist nur der Leitstand bis zum 1. Obergeschoß zu bauen; die Wiederinangriffnahme der Bauarbeiten fiir die Umstellung der Batterie Graf Spee ist fiir 1940 nicht zu erwarten.“ Demnach war schon spätestens Ende 1939 mit Arbeiten für die Umrüstung auf ein schwereres Kaliber begonnen worden, aber auch diese Batterie wurde Ende 1940 auf Wangerooge abgebaut und in die Nähe des Point Saint-Mathieu, zur Sicherung der Bucht von Brest, verlegt. Die Geschütze konnten Ziele in einer Entfernung von bis zu 27.500 bekämpfen.

Die Batterie Graf Spee im Artikel der "Wehrmacht" 3. Jahrgang, Nr.24

 

Batterie Graf Spee II

Ende September 1944 wurden Wangerooge vier Rohre 30,5 cm KM13 in Schießgestellen C/13 durch das Marine-Oberkommando Nordsee zugewiesen. Die Batterie sollte im Westen der Insel, östlich der Harle Batterie angelegt werden. Der Bau von vier Geschützbettung wurde begonnen, fertiggestellt wurde aber nur eine Bettung, die mit einem Rohr bestückt wurde. Das Geschütz wurde aber nicht mehr bis zum Kriegsende Eingeschoßen und war damit nicht gefechtsbereit. 

Das Rohr für das zweite Geschütz befand sich auf der Insel, wurde aber nicht mehr eingebaut. Unfertig blieben auch die Mannschaftsbunker.

Wangerooge verfügte damit bis zum Kriegsende nicht mehr über weitreichende Geschütze.

 

Marine-Signalstation

Die Signalstation wurde 1876 in Betrieb genommen. Im Lauf der Jahre wurde die Signalstation den Erfordernissen angepasst, modernisiert und umgebaut. 1936 erfolgte der Neubau.

Von Oktober 1939 bis Ende März 1940 wurde für die Küstenhorchstation ein 7 x 13 Meter großer Bunker nordwestlich des Turmes gegossen.

 

Flagruko (Hartmannstand)

Der Bunker des Flak-Untergruppenkommandos (Flagruko) befindet sich westlich des Ortes in den Norddünen.

Über den Bau des Bunkers des Flagruko ist nichts bekannt, er wird aber am 23. August 1939 personell besetzt.

Der Bunker ist heute noch existent und ist Grab für Marinehelferinnen und Soldaten, die am 25. April 1945 bei einem Bombenvolltreffer getötet werden und nicht geborgen wurden.

 

Jade Kaserne

Die Jade Kaserne wurde 1914 erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg, bis 1960 nutzte das Oldenburgische Jugenderholungswerk e. V. (OJE) die Kaserne. Heute (2020) nutzt das Bundeswehrsozialwerk ein Teil der Gebäude. Die Inselschule nutzt den Rest des Geländes.

Die Jade Kaserne ca. 1927

 

Flugplatz

1920 wurde der Wangerooger Flugplatz von Postflugzeugen genutzt. Ab 1921 wurden auch Personen befördert. Als Flughafen I. Ordnung wurde der Verkehrsflughafen seit 1931 geführt. Im Jahr 1934 begann der Ausbau zu einem Einsatzhafen der Luftwaffe.

Die 5./JG 77 verlegte am 12. Dezember 1939 von Gütersloh nach Wangerooge und blieb dort bis zum 15. März 1940. Anschließend verlegte die II.(J)/186 (T) nach Wangerooge. Diese Jagdgruppe war für den Flugzeugträger Graf Zeppelin vorgesehen. Am 24. Mai verlegte die Gruppe nach Holland. Von Ende Januar 1940 bis zum 05. Mai des Jahres war die 10./JG 2 „Richthofen“ zu Gast auf der Insel.

Im April 1941 kam die 2. JG/54 auf die Insel um schon am 14. Juni 1941 nach Osten verlegt zu werden. Zum Schutz der Deutschen Bucht verlegte der Stab I./JG 52 und die 3./JG 52 nach Wangerooge. Am 01. September 1941. Mitte September bekam die 1./JG 1 den Platz zugewiesen. Vom 01. Januar 1942 liegt die 3./JG 1 auf Wangerooge. Die Staffel verläßt Wangerooge am 04. November und verlegt nach Nordafrika. Hier wird die Staffel zur 6./JG 51. Die Neuaufstellung der 3./JG 1 erfolgt auf Wangerooge. Die Staffel bleibt vermutlich bis zum 31. Dezember 1942. Wangerooge wird danach nur sporadisch genutzt, unter anderem von Ju 52 der Minensuchgruppe 1.

Im Frühjahr 1945 wird der Flugplatz durch Pflügen von Gräben auf dem Rollfeld und dem Aufstellen von Badekarren unbrauchbar gemacht. Man befürchtet eine Landung alliierter Streitkräfte auf dem Platz.

Heute werden Teile des Platzes von den Insel- und Sportfliegern genutzt.

 

Olde Oog

Auf Olde Oog, heute Minsener Oog, gab es eine kleine Besatzung, die eine 2 cm Flak auf einem hölzernen Hochstand bediente, einen Horchposten sowie einen 120 cm Scheinwerfer. Der Scheinwerfer war in einem Betonstand untergergebracht und wurde zum Einsatz auf Schienen nach draußen geschoben.

Scheinwerferstand auf Oldeoog

Zum Bau des Leuchtturms Mellum zogen italienische Arbeiter in die Leuchtfeuer-Baracke, in der sonst die Geschützbesatzung untergebracht war. Die Geschützbesatzung erhielt eine Baracke in ihren Geschützhochstand eingebaut.

 

Nachtjagdleitstellung Wal

Die Nachtjagdleitstellung Wal wurde als Bestandteil der Kammhuber-Linie im Frühjahr 1942 in Betrieb genommen. Die Stellung lag westlich des Ortes und nördlich des heutigen Ehrenfriedhofs.

Auf den Norddünen wurde zentral ein Freya Funkmessgerät (FuSE 80 Freya -DeTe II Fritz) aufgebaut. Westlich davon ein Funkmessgerät FuSE 65 Würzburg Riese (rot) zur Ortung der Feindmaschinen, östlich des Freya Gerätes ein weiterer Würzburg Riese (blau) zur Führung der eigenen Nachtjagdflugzeuge.

Südlich der Stellung und nördlich des Friedhofes befand sich ein Y-Peiler.

Die Stellung bestand aus bis zu 16 Baracken. Bunker gabe es keine, lediglich die Auswertebaracke wurde 1943 mit einer Splitterschutzmauer umgeben.

Das FuSE 80 wurde später durch ein FuMG 401 Freya LZ ersetzt.

 

Versuchsgruppe Wangerooge und Fernsuchanlagen

Neben den Funkmessgeräten in der Nachtjagdleitstellung Wal und in den Batterien gab es weiter Anlagen im Westen der Insel.

Ab Oktober 1939 betrieb Leutnant Dr. Hermann Diehl, Leiter der Versuchsgruppe Wangerooge des Luftnachrichtenversuchsregimentes 4 aus Köthen, eine Versuchsanlage mit einem FuMG Freya (Dete I). Ab Dezember 1939 war ein zweites Freya-Gerät in Betrieb. Am 18. Dezember 1939 detektierten die Versuchsgruppe in 130 Kilometer Entfernung einen anfliegenden britischen Bomberverband. Die aufgrund der unklaren Luftlage, Sichtmeldungen der Vorpostenboote bleiben aus, verspätet gestarteten deutschen Jäger, wurden von Diehl an den Verband geführt. 12 Bomber wurden abgeschossen.

Ab 1940 wurden zwei FuMG Freya Fahrstuhl erprobt, auch eine KW-Leitstrahlbake zur Jägerführung wurde in Betrieb genommen. Ab 09. Juni 1940 soll auch eine FuSE 62 C erprobt wirden sein.

Im Westen der Insel befanden sich auch zwei Fernsuchanlagen. Ab 29.10.1942 ein FuMG 42 Wassermann S auf dem Regelbau L 480. Ein FuMG 402 Wassermann M III folgte.

 

Stellung Waltraud

Auf dem Dünenbakenhügel, dem sogenannten „Pudding“, am Ende der Zedeliusstraße, befand sich die Stellung „Waltraud“. Dort war auf einem Gittermast ein FuMO 2 Calais B zur seetaktischen Funkmessortnung installiert. Betrieben wurde die Anlage von Teilen der 42./ Funkmess Kompanie Nordsee, ebenso ein weiteres Funkmessgerät FuSE 65 Würzburg-Riese vor dem Hotel Kaiserhof auf einem Turmstand.

Ab etwa 1945 wurde zusätzlich ein Würzburg-Dora Gerät unterhalb des Puddings auf der Strandmauer betrieben.

Stellung "Waltraud" auf dem Pudding nach Kriegsende. Der Gittermast ist bereits entfernt. Am Bildrand rechts unten vermutlich ein Regelbau M283, Maschinenkleinunterstand.

Funkmesszug Donau

Im Frühjahr 1945 befand sich im Osten der Insel ein Funkmesszug der Marine Artillerie Abteilung 631 mit Donau Wärmepeilgeräten.

 

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