Seitenanfang
Seite
Menü
Info
Sie sind hier:   Startseite > Projekte > Prospektion zu V-2 in Leese > Fundvorstellung

Fundvorstellung

Nachfolgend werden aus den zahlreichen Funden einige Ausgewählte im Einzelnen, detailliert vorgestellt.

 

Fund ohne Fundnummer

Sprengstoff

Quaderförmige, bernsteinfarbene Bruchstücke mit Einschlüssen von Gasblasen.  Aussehen und Struktur weisen auf TNT oder ein TNT-Derivat hin.

Sprengstoff

Abb. 00.1 Die Farbaufnahmen zeigt einen der Sprengstofffunde. Links eine Aufnahme aus dem April 1945 bei Oyle, Landkreis Nienburg/Weser mit britischen Soldaten, die an einem gesprengten V2-Zug mit zurückgelassenem Sprengstoff hantieren.

 

Fund 11

Stutzen (Schweißteil) nach Zeichnungsnummer 4864 E2

Bestehend aus einem Alu-Fragment mit einem etwa 15 mm breitem Gewinde mit der Steigung 2,0 mm. Unterhalb des Gewindes sind zwei angeformte Schlüsselweiten erkennbar. Hier dürfte es sich um den Stutzen 4864 E2 zum Aufschweißen auf Rohr 55x2,5 der Brennstoffzuführung nach dem Verteiler 4864 C handeln. Das Bauteil fand Verwendung an allen B-Leitungen. Der Stutzen entspricht vermutlich der Ausführung vor dem 13.09.1944, da die Stirnseite zwei Nuten für eine bessere Abdichtung erkennen lässt. Eine alte Einzelteilzeichnung ist nicht vorhanden. In der Zeichnung vom 13.09.1944 ist die Fläche "riefig" zu drehen, was den gleichen Efffekt ergeben würde.

 

Montagezeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_02507&size=2 

Einzelteilzeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_17441&size=2

 

Fund 22

Abtriebsring nach Zeichnungsnummer 4538A

Bestehend aus einem Alu-Ring mit Zeichnungsnummer 4538A (keine Einzelteilzeichnung verfügbar) und Lagerbock 7550A1. Weiter sind kleine Fragmente des Haltebocks 4616 B um die Anschraubpunkte vorhanden. Die Identifizierung erfolge über die Errechnung des Innendurchmessers von Teil 4538A, wobei ein Innedurchmesser von 790 mm errechnet wurde. Der tatsächliche Durchmesser nach der Montagezeichnung 7550A , Abtrieb, beträgt 785 mm. Weiter wurden die Abmessungen der Schrauben M8x40 und M8x50 sowie der Abstand der Gussrippen am Lagerbock 7550A1 zur Identifizierung herangezogen. Auffällig ist, dass gegenüber der Montagezeichnung einige Schrauben um 180° Grad gedreht montiert sind. Grund könnte eine erleichterte Montage sein oder einfach eine Unaufmerksamkeit bei der Montage. Es fehlt ein Stift, der die Bauteile auch nach einer Demontage wieder in der gleichen Lage fixiert. Selbst die erforderliche Bohrung fehlt. Vermutlich ist man davon ausgegangen, da die Raketen gleich nach der Produktion an die Truppe zum Verschuss ausgeliefert wurden, dass eine Demontage nicht mehr stattfinden wird und hat diesen Arbeitsschritt eingespart.

Abtriebsring

Abb. 22.1

Abtriebsring

Abb. 22.2

Abtriebsring

Abb. 22.3

 

Abtriebsring

Abb. 22.4 Eine brünierte Maschinenschraube DIN 933 des Herstellers Verbus mit der heute nicht mehr gebräuchlichen Bezeichnung der Festigkeit 8G, was heute der Festigkeit 8.8 entspricht

Montagezeichnungen des Abtriebs:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_01894&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_01895&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03500&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03501&size=3 

 

Einzelteilzeichnungen des Lagerbocks:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03502&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03503&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03504&size=3

 

Einzelteilzeichnungen des Haltebock:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_01896&size=3

 

Einzelteilzeichnungen desHaltebock (Rohteil):

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_01897&size=3

 

Fund 24 Stecker, Fl. 32111-4 (Liststecker)

Deformierter Stecker mit der Gerätenummer 126-854-0U1 (sichtbare Prägung) und der Anforderzeichen Fl. 32111-4 (sichtbar nur „-4“). Es ist kein Fertigungskennzeichen wegen starker Korrosion erkennbar, vermutlich aber von der Firma Elektro-Mechanik, Dipl. Ing. Heinrich List, Teltow. Die Identifikation erfolgte aufgrund der Gerätenummer, der Endnummer des Anforderzeichen und Form des Steckers. Das vermutlich 14-polige Steckerinnenteil aus Bakelit ist nur als Fragment vorhanden. Die Kontaktbelegung dürfte wie folgt ausgesehen haben: Eine Reihe voll belegt mit sieben Kontakten und den erkennbaren Farben rot, grün, gelb, schwarz. Zweite Reihe mit vier Kontakten, erkennbare Farben rot, grün, gelb. Der Stecker wird mehrfach in der A4 verwendet. Bisher konnte der Stecker keinem Einbauplatz in der Rakete zugeordnet werden. Auch die vermutete Kontaktbelegung war im Abgleich mit Kabelplänen nicht zielführend.

Abb. 24.1 Der Stecker mit den den noch vorhanden Kontakten

 

Abb. 24.2 

Abb. 24.3

 

Fund 35

Ring

Bestehend aus Alu- Ring mit Zeichnungsnummer 013 E 1135-78 (keine Einzelteilzeichnung verfügbar) und Dichtung 013 E 1135-32 (keine Einzelteilzeichnung verfügbar). Weiterhin vier Schraubverbindungen bestehend aus vier Stiftschrauben M8x15 DIN 835, vier Muttern M8 Din 934 und vier Unterlegscheiben 8,4 DIN 134. Vermutlich befinden sich zwischen Dichtung und Unterlegscheiben Reste des Deckels 013 E 1135-31. Fund 86: Bestehend aus Alu- Ring mit Zeichnungsnummer 013 E 1135-78 (keine Einzelteilzeichnung verfügbar) und Dichtung 013 E 1135-32 (keine Einzelteilzeichnung verfügbar). Weiterhin drei Schraubverbindungen bestehend aus drei Stiftschrauben M8x15 DIN 835, drei Muttern M8 Din 934 und vier Unterlegscheiben 8,4 DIN 134. Es befinden sich zwischen Dichtung und Unterlegscheiben Reste des Deckels 013 E 1135-31. Die Identifizierung erfolge über Abnehmen der Maße am Fundstück, Teilung der Bohrungen und anhand der verwendeten Schrauben.

Abb. 35.1 

 

Abb. 35.2 Die Gussmarke des Herstellers oder des Gießmeisters. 

 

Montagezeichnungen des B-Behälter:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_04396&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_04541&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_04373&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_04515&size=3

 

Fund 41 und Fund 44

Verteiler zum A 4-Antriebsblock, Sauerstoffseite der Turbopumpe

Bestehend aus abgebrochenem Fragment des Verteilers 6003 D 21, der Überwurfmutter B 32 M45x1,5 DIN 7606 und dem Dichtkegel 6321 F Der Verteiler besteht aus einer Al-Si-MG Gusslegierung. Der Dichtkegel aus Al MG5 F22. Das Bruchstück des Verteilers ist am Radius abgebrochen. Der Dichtkegel ist komplett inklusive der Schweißnaht zu dem weiterführenden Aluminiumrohr vorhanden. Die Überwurfmutter trägt einen WaA-Abnahmestempel und die Herstellerkodierung cbu oder chu. Da die Kodierung chu für eine Pianofabrik, also ein holzverarbeitend Betrieb war, kann es sich nur um den Hersteller mit der Kodierung cbu handeln: Jessernig & Urban Metallwarenfabrik Stockerau/Niederdonau Österreich Der (3-Wege) Verteiler war unterhalb der Turbopumpe an der Sauerstoffseite der Pumpe montiert. Die erste Identifizierung erfolge über die pfeilförmigen Sicken im Innenradius des Gussstückfragments. Nachfolgend wurden Einzelteilzeichnunge und der Vergleich Maße am Bauteil und Maße in den Zeichnungen zur weiteren verifizierung herangezogen.

Abb. 41.1

Abb. 41.2 Abnahmestempel des Waffenamtes (WaA). D5 ist die Nummer des Prüfers. 

Abb. 41.3 Das kodierte Fertigungskenzeichen "cbu"

 

Montagezeichnungen:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03386&size=3

Einzelteilzeichnungen:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_02715&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19174&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19176&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19177&size=2

 

Fund 53

Dichtkegel zum Verteiler des A 4-Antriebsblock, Sauerstoffseite der Turbopumpe

Deformiertes Fragment eines Dichtkegel 6321 F. Der Dichtkegel besteht aus Al MG5 F22. Die Identifizierung beruht auf den Erkenntnissen aus Fund 41. Der (3-Wege) Verteiler war unterhalb der Turbopumpe an der Sauerstoffseite der Pumpe montiert.

Abb. 53.1 Deutlich zu erkennen ist die konische Form und die Quetschkante an der die hier fehlende Überwurfmutter anliegt 

Montagezeichnungen:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03386&size=3

Einzelteilzeichnungen:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19174&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19176&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19177&size=2

 

Fund 57

Rückschlagklappe nach Zeichnungsnummer 4471 E 2 Ausführung B

Komplette Rückschlagklappe nach Zeichnungsnummer 4471 B mit zu 2/3 erhaltender Überwurfmutter und Rest eines Kupferrohres Durchmesser 15 mm, Wandstärke vermutlich 1 mm (Cu-Rohr 15x1). In der aufgefunden Rückschlagklappe ist verbaut: -Ventilgehäuse 4471 E2 eloxierte Ausführung. (4471 E1 nicht eloxiert.) - Ventilsitz 4471 E4 eloxierte Ausführung. (4471 E3 nicht eloxiert.) -Federklappe, vollständig nach Zeichnungsnummer 4471 E-U1 Ausführung nicht erkennbar. Möglich wären Ausführung A und Ausführung B welche vernickelt wäre. Bestandteil der Federklappe ist der Ventilsitz 4471 E8. Die Rückschlaklappe besteht aus Aluminium. Reste einer goldgelben Eloxierung sind erkennbar. Die Überwurfmutter besteht vermutlich aus Aluminium-Magnesium Guss. Das Kupferrohr hat einen hart angelöteten Dichtkegel, ebenfalls aus Kupfer. An der Schlüsselweite des Ventilgehäuses (breiteren Schlüsselweite ) sind folgende Stempellungen wegen der Korrosion nur bruchstückhaft zu erkennen: -7 oder Z und eine 5 -c?r, vermutlich die Herstellerkodierung -8130 Am Rundkörper des Ventilgehäuses ist der Durchflussrichtungspfeil zu erkennen. An der breiteren Schlüsselweite ist über dem Durchflussrichtungspfeil ein händisch eingeritztes X in der Eloxierung zu erkennen. Der Rundkörper befindet sich außerdem der Rest einer roten Farbmarkierung, ebenso rote Farbreste am Kupferrohr. Die Rückschlagklappe entspricht dem Produktionsstand vor 28. Juli 1944. Die entsprechenden Änderungen beinhalten u.a. Maßänderungen die am Fundteil nicht umgesetzt sind.

 

Montagezeichnungen:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_16735&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_16736&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_16738&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_16739&size=2

 

Fund 74

Gewindering 5021 D2

Fragment des Gewinderings 5021 D2. Erhalten ist knapp unter ein Viertel des Rings. Der Ring entspricht nicht dem Änderungsstand vom 02.06.1944. Es fehlen die stirnseitigen 8 mm Bohrungen. Vermutlich wurde er vor dem Änderungsdatum produziert. Der Gewindering war an der Düse der Abdampfleitung(en) verbaut. Die Identifizierung erfolgte durch Einzelteilzeichnungen und dem Vergleich der Maße am Bauteil mit den Maßen in den Zeichnungen.

Abb. 74.1 Der Gewindering

Abb. 74.2 Gut erhalten die Gewindegänge 

 

Montagezeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03379&size=3

Einzelteilzeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_02053&size=3

 

Fund 77

Torsionswelle 7040 C für Flossen I und III

Torsionswelle zum Antrieb über Kettenantrieb für die Druckstücke (Graphitruder im Abgasstrahl). Zu Erkennen waren auf der einen Seite die Käfige der Kugellager als auch der Lagerflansch mit Zeichnungsnummer 5010 E-U6 oder 5010 E-U7. Die Welle wurde am Fundtag nicht geborgen und wurde danach durch Unbekannte gestohlen. Die Identifizierung erfolgte durch Montagezeichnungen und dem Vergleich der Fotos in situ.

Montagezeichnung

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03242&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03241&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03778&size=3

 

Fund 78

Halterung 6231 E-U2

Gut erhaltener Halter aus Stahlblech. Der Halter besteht aus den Einzelteilen 6231 E3 und 6231 E4, die miteinander punktgeschweißt sind. Das Bauteil entspricht der Ausfürung vor der letzten Änderung vom 09.02.1945. Die Identifizierung erfolgte durch Einzelteilzeichnungen und dem Vergleich der Maße am Bauteil mit den Maßen in den Zeichnungen.

Abb. 78.1 Die Halterung hat erstunlich gute Substanz

 

Montagezeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19096&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_02958&size=3

Einzelteilzeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19099&size=2

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_19100&size=2

 

Fund 79

Kegelführung 4160 D1

Fragment der Kegelführung 4160 D1 des B-Stoff Vorventil. Die Identifizierung erfolgte durch Einzelteilzeichnungen und dem Vergleich der Maße am Bauteil mit den Maßen in den Zeichnungen.

Abb. 79.1 Fragment der Kegelführung 

Montagezeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03201&size=3

Einzelteilzeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_01651&size=3

 

Fund 80

Verschluss 6010 F 167 (Hebelverschluss Fa. Carl Sievers)

Fast vollständig erhaltener Hebelverschluss nach Zeichnungsnummer 6010 F 167, gefertigt als Hebelverschluss durch die Firma Carl Sievers in Heiligenhaus (NordrheinWestfalen) Der Hebelverschluss war als Verschlussmechanismus an einer Klappe des Geräteraums verbaut. Die Identifizierung erfolgte durch Einzelteilzeichnungen und dem Vergleich der Maße am Bauteil mit den Maßen in den Zeichnungen.


Abb. 80.1 Mechanische Belastung durch die Explosionswirkung und Korrosion lassen das Aluminium stellenweise wie bei Holz abgesplittert wirken

Einzelteilzeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_18844&size=2

 

Fund 83

Rohr 6769 D2 zum Füllungsbegrenzer

Fragment des Rohr 6769 D2. Das Rohr war Bestandteil des Füllungsbegrenzers des B-Stoff Behälters und war am oberen Behälterboden verbaut. Die Identifizierung erfolgte durch Einzelteilzeichnungen und dem Vergleich der Maße am Bauteil mit den Maßen in den Zeichnungen.

Abb. 83.1 Das Rohrfragment

Montagezeichnung:

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03145&size=3

http://www.digipeer.de/index.php?media=DMA_FA_014_03147&size=3

 

Bildnachweis:

Abb. 22.1 bis 22.4: Torsten Weise

Abb. 24.1 bis 24.3: Torsten Weise

Abb. 25.1 und 35.2: Torsten Weise

Abb. 41.1 bis 41.3: Torsten Weise

Abb.: 53.1: Torsten Weise

Abb. 74.1 und 74.2: Torsten Weise

Abb. 78.1: Torsten Weise

Abb. 83.1: Torsten Weise

« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »
Seitenanfang
Seite
Menü
Info
Seitenanfang
Seite
Menü
Info