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Behandlung und Identifizierung der Fundobjekte

Reinigung

Die Fundobjekte wurden von Erdanhaftungen durch trockenes Abbürsten und anschließendem abspülen und bürsten, mit einer weichen (Zahn-) Bürste von stärker anhaftender Erde, die sich schon mit korrodierten Stellen, verwachsen hatte, gereinigt. Bei einer ersten in Augenscheinnahme wurde der Werkstoff festgestellt und ob der Grad der Korrosion eine weitere Reinigung zulässt sowie eine Prüfung auf Besonderheiten wie Beschriftungen oder Farbreste durchgeführt.

Aluminiumteile wurden in Oxalsäure gereinigt, anschließend mit klarem Wasser gespült. Das Vorhandensein von Eisen/Stahl kann bei zu langer Einwirkdauer der Säure am Aluminium grünlich bis gelbliche Verfärbungen hervorrufen.

Tiefer gehende Korrosion an Aluminiumteilen entfernt die Säure nicht. Diese muss manuell mit Skalpell oder Drahtbürstchen entfernt werden. Dies wurde aber nur an einigen wenigen Stücken durchgeführt, da der zeitliche Aufwand extrem hoch ist und nicht dem Nutzen, eines vollständigen gereinigten Teils gegenübersteht. Die Aussagekraft eines Fundes ändert sich dadurch nicht.

Eine weitere Konservierung der Aluminiumteil ist vorerst nicht notwendig. Eine spätere Kontrolle muss zeigen, ob es zu einer der Substanz gefährdenden Korrosion kommt.

Einige wenige Stahlteile, die Substanz hatten, wurden gestrahlt und im Anschluss mit einem Korrosionsschutzöl, welches bei Trocknung leicht verharzt, behandelt. Das Öl lässt sich mit Spiritus entfernen.

Stahlteile mit bedenklicher Substanz wurden nur grob gereinigt, wenn möglich größere Korrosionsnester mechanisch entfernt. Entweder wurden diese Funde dann so belassen oder mit Ballistolöl behandelt. Ballistol stellt keine dauerhafte Konservierung dar. Es ist wasserlöslich und kann mit warmen Wasser, eventuell unter Zusatz eines neutralen Reinigungsmittels, oder mit Spiritus entfernt werden.

 

Identifizierung

Für die Identifizierung der Funde ist durchaus technisches Verständnis und Vorstellungskraft für die Verwendung des einzelnen Teils von Vorteil.

Hilfestellungen bieten zahlreiche neue und zeitgenössische Fotos im Internet über die Rakete und deren Innenleben. Das Deutsche Museum München hat seinen Bestand an Einzel- und Montagezeichnungen der verschiedenen Raketentypen digitalisiert und unter digipeer.de mit dem Titel „Raketen aus Peenemünde“ online gestellt.

Über die Einzelteilzeichnungen konnten eine gewisse Anzahl an Funden identifiziert und über die Montagezeichnungen der Zusammenhang mit anderen Bauteilen und der Einbauort festgestellt werden.

Häufig konnte anhand der auf den Zeichnungen vermerkte Änderungsstand des Einzelteils festgestellt werden und so ein Rückschluss auf den Fertigungszeitraum des Einzelteils gezogen werden, jedoch nicht auf den Produktionszeitraum der Rakete selber.

Spannend waren die feststellbaren Abweichungen zu den Montageunterlagen.

Bei einem Objekt, dem Abtriebsring, konnten Abweichungen bezüglich der Montageart der Schrauben und der Weglassung von Stiften, zum fixieren der Bauteile untereinander, festgestellt werden. Ob aus Materialmangel, oder Mutwilligkeit ist nicht feststellbar.

Ein Spannschlosses mit Resten einer Gliederkette, die zum Antrieb der Ruder gehörte, wurden statt Gewindegabeln der Größe M10 und M12 kleinere verwendet. Hier scheint Materialmangel an den vorgesehenen Teilen geherrscht zu haben.

 

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